Der Ausdruck Vaskulitis steht als Sammelbegriff und beschreibt unterschiedliche Autoimmunerkrankungen, deren Gemeinsamkeit immer die Entzündung der Blutgefäße ist.

Was ist eine Vaskulitis?

Unser gesamter Körper ist von kleinen, mittleren und großen Blutgefäßen durchzogen. Kommt es in diesen Gefäßen zu einer Entzündung spricht der Mediziner von einer Vaskulitis. Sind unsere Blutgefäße entzündet, kann es passieren, dass die Organe im Körper nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können und durch die Unterversorgung Schaden nehmen.

Medizinisch wird zwischen einer primären und einer sekundären Vaskulitis unterschieden. Vaskulitiden (Mehrzahl von Vaskulitis) galten vor einigen Jahren als letal innerhalb weniger Monate. Heute ist eine Gefäßentzündung gut behandelbar, aber noch immer nicht vollständig heilbar.

Ursachen für Vaskulitis

Adern eines Blattes

Genau so wie bei Blättern ist auch unser Körper von kleinen Adern durchzogen. Sind diese entzünded wird dessen Versorgung beeinträchtigt.

Die tatsächlichen Ursachen, warum es zu einer primären Vaskulitis kommt, sind bis heute nicht vollständig geklärt. Bei einer primären Vaskulitis handelt es sich um eine eigenständige Autoimmunkrankheit. Vermutungen legen Nahe, dass die eigene genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse in Kombination mit einer Infektion durch bestimmte Bakterien und Viren eine Rolle spielen.

Von einer sekundären Vaskulitis spricht der Mediziner, wenn die Gefäßentzündung infolge anderer Ursachen auftritt. So kann eine sekundäre Vaskulitis auftreten wenn,

  • der Betroffene unter einer Infektion wie Hepatitis, Borreliose oder HIV leidet.
  • Medikamente wie ACE-Hemmer, Antibiotika oder Zytostatika eingenommen werden.
  • der Betroffene unter einer weiteren Autoimmunerkrankung wie Sarkoidose, Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis u.a. leidet.

Die dritte Gruppe bilden die nichtklassifizierten Vaskulitiden (z.B. eine isolierte Vaskulitis des Zentralen Nervensystems).

Symptome von Vaskulitis

Da eine Gefäßentzündung in Zusammenhang mit einer anderen Krankheit auftreten kann, ist es auch für einen Spezialisten nicht leicht eine primäre oder auch eine sekundäre Vaskulitis zu diagnostizieren.

Das Blut muss untersucht werden

Eine Diagnose kann nur anhand einer Blutuntersuchung gestellt werden

Dazu kommt, dass unterschiedliche Organe betroffen sein können, was eine einfache Diagnose ohne gründliche Tests unmöglich macht. Um hier ein einwandfreies Ergebnis zu bekommen, sind eine Blutuntersuchung und eine Röntgengefäßdarstellung (Angiographie) notwendig.

Mögliche anfängliche Symptome, die auf eine Vakulitis schließen lassen können sind

  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • seltener auch Gelenkschmerzen und/oder Schmerzen beim Kauen
  • ein Gefühl des „Krankseins“ mit starkem Leistungsabfall

Darauf folgend können je nach Art der Gefäßentzündung und des betroffenen Organ-Systems eine ganze Reihe weiterer Symptome hinzukommen:

  • Ist das Nervensystem betroffen, sind unter anderem Kopfschmerzen, Depressionen, Krampfanfälle oder auch ein Schlaganfall möglich.
  • Betrifft die Vaskulitis die Haut, können Hautrötungen (Purpura oder Livedo retikulares) und/oder offene Stellen auf der Haut auftreten.
  • Beim Auge sind Rötungen und Sehstörungen möglich.
  • Eine Vaskulitis welche die Lunge betrifft kann zu Bluthusten oder gar zum Funktionsverlust des Organs führen.
  • Im Bereich der Hals-Nasen-Ohren kann eine Vaskulitis Nasenbluten, Schleimhautdefekte, Schwindel oder einen Hörsturz auslösen.
  • Ist das Herz betroffen, kann sich dies durch Brustschmerzen bemerkbar machen. Weitere Symptome hier können nur von einem Arzt festgestellt werden.
  • Eine Erkrankung der Nieren äußert sich ggf. durch Eiweiß oder Blut im Urin und Bluthochdruck.

Therapie einer Vaskulitis

Ob als eigenständige Krankheit, eine primäre Vaskulitis oder als sekundäre oder nichtklassifizierte Vaskulitis kommen bei der Therapie immer Immunsuppressiva zum Einsatz, die das Immunsystem unterdrücken. Hier stehen den behandelnden Ärzten eine ganze Reihe wirksamer Medikamente zur Verfügung, die je nachdem um welche Art von Vaskulitis und welche Organe betroffen sind eingesetzt werden können. Vor allem kommen Kortison Präparate und Cyclophosphamid zum Einsatz.

In schweren Fällen und wenn die Medikamentengabe nicht ausreicht, kann auf eine Chemotherapie mit Stammzelltransplantation zurückgegriffen werden. Hier sollten erfahrene Spezialisten mit einbezogen werden. Zwar ist eine Vaskulitis nicht vollständig heilbar, doch können rund 80% aller Erkrankten nach einer erfolgreichen Behandlung davon ausgehen, dass sie ein beschwerdefreies Leben fortführen können, auch wenn natürlich due Gefahr eines Rückfalls immer besteht.

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