Gewaltfreie Kommunikation in der Partnerschaft

„Ich bin enttäuscht“, „Du nervst mich“, „Das ärgert mich total“ – es sind unüberlegte Aussagen wie diese, die das Gegenüber besonders treffen. Dr. Ralph Piotrowski weiß durch seine jahrelange Erfahrung als Paartherapeut in Berlin, dass das nicht so sein muss. Gewaltfreie Kommunikation in der Partnerschaft kann man lernen und er zeigt in diesem Beitrag wie.

Wenn Worte wie Messerstiche sind

Die wenigsten Menschen sind explizit gewalttätigt. Allerdings kann es in Freundschaften und Beziehungen vorkommen, dass Worte verletzen. Ob derjenige, der sie ausspricht, es darauf anlegt oder der Tonfall unbeabsichtigt schärfer angeschlagen wurde ist bei nebensächlich.

Das beginnt mit Sticheleien und passiv-aggressiven Äußerungen, führt über Druck, der auf den Partner ausgeübt wird zu Vorwürfen, Schuldzuweisungen und bewussten Verletzungen. Das Ergebnis: zerrüttete Beziehungen und ein erschüttertes Vertrauen bis die Beziehung auf Messerschneide steht.

Gewaltfreie Kommunikation in vier Phasen

Ein Gegenentwurf zu dieser Form des Streitens ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg (GfK). Beleidigungen und aggressive Sprache oder subtile Vorwürfe und Druck werden dabei von vier Stufen der Kommunikation abgelöst, die für mehr Verständnis zwischen den Partnern sorgen soll:

  1. Beobachtung: Der Sachverhalt wird möglichst neutral und objektiv vorgetragen.
  2. Gefühl: Welche Gefühle löst die Situation in einem aus?
  3. Bedürfnis: Unterschieden wird zwischen neun Grundbedürfnissen des Menschen von körperlichem Wohlbefinden bis hin zu dem Bedürfnis nach Sinn im Leben. Ausgedrückt werden soll, welches Bedürfnis unerfüllt bleibt.
  4. Bitte: Als letztes wird eine positiv formulierte Bitte vorgebracht, deren Ziel die Veränderung der Situation ist

Auf diese Weise sollen Konfliktsituationen einen anderen, positiven Verlauf nehmen und dazu führen, dass gegenseitiges Verständnis möglich ist und Kompromisse gefunden werden können.

Wie funktioniert Gewaltfreie Kommunikation in der Beziehung?

Gewaltfreie Kommunikation Arbeitsplatz

Gewaltfreie Kommunikation kann in jedem Lebensbereich Anwendung finden

Gewaltfreie Kommunikation kann jeden Lebensbereich bereichern. Freundschaften, das Klima am Arbeitsplatz und die Eltern-Kind-Beziehung können davon profitieren. Vielleicht am wichtigsten aber ist die Kommunikation in einer romantischen Beziehung, die oft äußerst konfliktbeladen ist.

GfK ist eine Kommunikationsform, die eine Beziehung beleben kann. Statt Schuldzuweisungen und Vorwürfen vermittelt sie Wertschätzung und den Wunsch, gemeinsam an Problemen zu arbeiten. Die Voraussetzung dafür ist Empathie – der Wille, sich in andere hineinzuversetzen.

Außerdem muss man sich über seine eigenen Bedürfnisse im Klaren sein und lernen zu differenzieren, welchen Auslöser die eigenen negativen Gefühle tatsächlich haben. Bedürfnisse, die nicht erfüllt werden, wirken sich auf die Gefühlsebene aus.

Ziel der Gewaltfreien Kommunikation ist es, eine Aussage über sich selbst zu treffen und dem anderen einen Einblick in die eigene Gefühlswelt zu geben. Wem das gelingt – und dafür ist häufig etwas Übung notwendig – der kann in seiner Beziehung nur gewinnen.

Gewaltfreie Kommunikation in der Partnerschaft

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