Wie aus heiterem Himmel hat das Kind Fieber oder das Baby reagiert empfindlich auf Berührungen und verweigert die Nahrungsaufnahme und die Eltern können sich nicht erklären warum. Jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren, der Weg ins Krankenhaus sollte sofort angetreten und es sollte nicht bis zum nächsten Tag gewartet werden.

Denn bei diesen Symptomen kann es sich durchaus um eine gefährliche Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt, handeln. Eine bakterielle Meningitis ist immer ein Notfall und schnelles Handeln kann hier Leben retten!

Was ist eine Meningitis?

Wenn die weichen Hirn- und Rückenmarkshäute durch Viren oder Bakterien entzündet sind, spricht der Arzt von einer Meningitis. Die Entzündung entsteht, wenn die Viren oder Bakterien durch den Blutkreislauf zu den Hirnhäuten gelangen. Eine virale Meningitis verläuft meist mild, trotzdem sollte ein erkranktes Kind immer zu einem Arzt gebracht werden, vor allem weil im Anfangsstadium, selbst von einem Spezialisten ohne die richtigen Tests kaum von einer viralen oder bakteriellen Hirnhautentzündung unterschieden werden kann.

So sieht ein Bakterium aus

Besonders gefährlich ist die bakterielle Meningitis

Weitaus seltener aber umso gefährlicher ist die bakterielle Meningitis, die bei erkrankten Babys eine Letalität von bis zu 30 % ausmacht. Eine unbehandelte bakterielle Meningitis endet in fast allen Fällen immer tödlich. Je nach Alter des Kindes können Streptokokken, Kolibakterien, Listeria monocytogenes, Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae Typ B die Auslöser einer Hirnhautentzündung sein.

Ursachen für Meningitis bei Kindern

Meist wird die Meningitis durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. In vielen Fällen halten sich die Erreger lediglich im Rachen, Nasen und Mundbereich auf. Vereinzelt gelangen die Erreger aber von dort über den Blutkreislauf zu den empfindlichen Hirnhäuten und lösen eine Hirnhautentzündung aus. Neugeborene können aber auch im Zusammenhang mit einer Neugeborenen-Sepsis an Meningitis erkranken.

Neben der Tröpfcheninfektion können die Erreger aber auch in Zusammenhang mit anderen Krankheiten eine Hirnhautentzündung auslösen. Hierzu zählt die Mittelohrentzündung, ein Schädelbruch oder eine Rückenmarksoperation.

Auslöser einer viralen Meningitis können auch ein Zeckenstich (FSME-Virus), Herpes-Simplex-Virus, Coxsackie-Virus A und B, Mumps-, Masern-, und Rötelnvirus sowie weitere Virenarten sein.

Symptome von Meningitis bei Kindern

Bei älteren Kindern ähneln die Symptome einer Meningitis, denen eines Erwachsenen. Dazu zählen

  • Nackensteifheit, Kopf- und Nackenschmerzen
  • hohes Fieber
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Druckgefühl im Kopf
  • bei einer Meningokokken-Meningitis rote und violette Verfärbungen der Haut
  • Benommenheit, Reizbarkeit, Verwirrtheit
  • Übelkeit und Erbrechen

Bei Babys und Kleinkindern sind die Symptome nicht so eindeutig, daher sollte im Verdachtsfall keine Sekunde gezögert werden und sofort ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Mögliche Symptome bei Babys und Kleinkindern sind

  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Empfindlichkeit bei Berührungen
  • Krampfanfälle und/oder Bauchschmerzen
  • anhaltendes und auffallend schrilles Geschrei
  • ständiges Erbrechen
  • eine hohe Schreckhaftigkeit oder gegensätzlich eine starke Apathie

Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass ein Kind Fieber hat, wenn es unter einer Hirnhautentzündung leidet. Babys und Kleinkinder sollten mit Fieber grundsätzlich einem Arzt vorgestellt werden.

Spritze - Impfung

Leider gibt es bei Meningitis noch keinen perfekten Impfschutz

Eine bakterielle Meningitis bei Kindern ist immer ein Notfall! Wenn alleine der Verdacht auf eine Hirnhautentzündung besteht, sollte nicht gezögert werden einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Dabei spielen die Tageszeit und auch der Wochentag keine Rolle. Denn bei einer Meningitis zählt jede Minute.

Therapie der Meningitis bei Kindern

Leider gibt es keinen kompletten Impfschutz gegen Meningitis. Vorgebeugt werden kann mit der HiB-Impfung und die Pneumokokken- und Meningkokkenimpfung Typ C. Eine virale Meningitis verläuft auch bei Kindern meist harmlos und heilt von allein ab. Es kann bei einer viralen Meningitis sein, dass das Kind einige Zeit zur Beobachtung im Krankenhaus verbleiben muss.

Kommt es zum Ernstfall einer bakteriellen Meningitis, wird dies im Krankenhaus mittels Bluttests und einer Lumbalpunktion festgestellt. Schon bei einem Verdacht wird der Arzt ein Breitband-Antibiotikum verabreichen, bevor die Ergebnisse der Tests vorliegen. Liegen die Testergebnisse vor, werden die Medikamente angepasst. Neben Antibiotika wird Babys und Kleinkindern oft auch Kortison verabreicht.

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