Der Fernseher wird auf der höchsten Lautstärke eingestellt und in Gesprächen wird immer noch mal nachgefragt, weil die gesprochenen Wörter nicht verstanden wurden. Schwerhörigkeit wird auch in der heutigen Zeit immer noch stigmatisiert. Zum einen, weil sich die Menschen einfach „zu jung“ fühlen ein Hörgerät zu tragen und zum anderen, weil die Schwerhörigkeit mit einer Behinderung gleichgesetzt wird, die körperliche und geistige Schwäche aufzeigt.

Schwerhörigkeit ist weit verbreitet

Über 19% Prozent der Bevölkerung leiden an Schwerhörigkeit

Dabei ist die Schwerhörigkeit eine gar nicht seltene gesundheitliche Beeinträchtigung: In Deutschland und Österreich leiden über 19 % der Gesamtbevölkerung über 14 Jahre unter einer leichten- bis mittelgradigen (ca. 18 %) und einer hochgradigen (ca. 1,4 %) Schwerhörigkeit.

Was ist Schwerhörigkeit?

Eine Schwerhörigkeit kann nicht als eigenständige Krankheit angesehen werden, da sich die Schwerhörigkeit meist aus einer Erkrankung oder Schädigung des Hörorgans ergibt. Bei einer Schwerhörigkeit hören die Betroffenen Geräusche und Töne nur noch in abgeschwächter Form.

Unterschieden wird bei einer Schwerhörigkeit zwischen:

    • Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Bei der Schallempfindungs-Schwerhörigkeit findet sich die Erkrankung/der Schaden im Innenohr.

    • Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Bei der Schallleitungs-Schwerhörigkeit befindet sich die Erkrankung oder der Schaden im äußeren Ohr oder im Mittelohr.

    • kombinierter Schwerhörigkeit

Bei dieser Art handelt es sich um eine Kombination aus einer Schallempfindungs-Schwerhörigkeit und einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit.

Ursachen für Schwerhörigkeit

Es gibt vielzählige Ursachen, die zu einer Schwerhörigkeit führen können. Diese kann angeboren sein, das Alter kann eine Rolle spielen, es kann zu einem Hörsturz kommen oder es liegt eine andere Erkrankung vor, die zu einer Schwerhörigkeit führen kann.

Auch ist es möglich, dass es zu einer Schwerhörigkeit im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten oder dem Konsum von Alkohol, Nikotin und Drogen kommt. Hier geht die Schwerhörigkeit dann von der Erkrankung anderer Organe aus.

  • Eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit kann durch Innenohrerkrankungen, Infektionen (z.B. Mumps, Meningitis, Masern), einem Hörsturz, Altersdegeneration oder auch Lärm entstehen.
  • Die Schallleitungs-Schwerhörigkeit entsteht durch Erkrankungen oder Entzündungen im äußeren Ohr oder im Mittelohr, durch Missbildungen im Gehörgang, durch ein geschädigtes Trommelfell oder auch durch einen Ohrenschmalzpfropf (Cerumen) hervorgerufen werden.

Symptome von Schwerhörigkeit

Natürlich unterscheiden sich die Symptome einer Schwerhörigkeit stark voneinander, je nachdem um welche Art von Schwerhörigkeit es sich handelt. Immer gleich bleibt aber, dass der Betroffene Töne und Geräusche nur noch abgeschwächt oder verzehrt wahrnehmen kann.

Türen bleiben manchmal verschlossen

Schwerhörige Personen überhören oft alltägliche Dinge wie das Klopfen an der Tür

Möglicherweise wird das Läuten an der Tür oder das Klingeln des Telefons nicht mehr wahrgenommen, der Fernseher wird auf der höchsten Lautstärke eingestellt und in Gesprächen wird oftmals nachgefragt, um die gesagten Wörter wirklich verstehen zu können.

Ein weiteres Problem bei Schwerhörigkeit ist, dass es passieren kann, dass der Betroffene sich aufgrund einstellender Depressionen und Schamgefühl zurückzieht und das Sozialleben beeinträchtigt wird.

Therapie von Schwerhörigkeit

Natürlich gibt es bei einer Schwerhörigkeit keine allgemeingültige Therapie, da zu viele Ursachen zu dieser gesundheitlichen Einschränkung führen können. Bei einem z. B. Hörsturz werden die notwendigen Medikamente verabreicht und die Schwerhörigkeit klingt anschließend wieder ab. Da die Schwerhörigkeit oftmals ein Symptom einer anderweitigen Erkrankung ist, wird der Arzt sich auf die Behandlung dieser konzentrieren.

Eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit lässt sich je nach Auslöser oftmals weder operativ noch mit Medikamenten beheben. Hier wird versucht, ein Fortschreiten der Schwerhörigkeit zu verhindern. In vielen Fällen wird bei der Schallempfindungs-Schwerhörigkeit ein Hörgerät angepasst oder bei einem vollständigen Hörverlust ein Implantat eingesetzt.

Bei einer bleibenden Beeinträchtigung des Hörvermögens, auch nach der Behandlung der Grunderkrankung können Medikamente, eine Operation oder der Einsatz eines Hörgerätes Abhilfe schaffen. Empfehlenswert ist bei Menschen, bei denen die Schwerhörigkeit auch emotionale und soziale Probleme auslöst, eine begleitende Psychotherapie.

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