Als Kind haben wir uns schnell im Kreis herumgedreht, um ein Gefühl des Schwindel zu erzeugen. Was im Kindesalter zur eigenen Unterhaltung diente, bereitet uns im fortgeschrittenem Alter sorgen. Zu Recht?

Was ist Schwindel?

Das Gefühl des Schwindel ist eine Wahrnehmungsstörung. Der betroffene Patient nimmt Scheinbewegungen zwischen seinem eigenem Körper und der Umwelt wahr. Je nach Art des empfundenen Vertigo (medizinsicher Ausdruck für „Schwindel“) kann dieser in eine von vier Gruppen, auch „Schwindel-Typen“, eingeteilt werden. Schwindel tritt prozentual häufiger bei älteren Menschen ab 65 Jahre auf.

Schwindel im Karussell ist normal

Schwindel kann in 4 Gruppen eingeteilt werden

  • Beim Drehschwindel tritt das Gefühl auf, dass sich die Umwelt, um den Betroffenen dreht. Ein Drehschwindel kann Stunden und sogar Tage anhalten.
  • Die Raum-Unsicherheit, zu der Lagerungsschwindel gehört, tritt auf, wenn beispielsweise der Kopf zur Seite geneigt wird. Auch kann ein Lagerungsschwindel beim Schlafen auftreten, wenn der Betroffene sich umdreht. Dieser gutartige Lagerungsschwindel kann durch Übungen therapiert werden.
  • Der Sekundenschwindel oder auch der Attackendrehschwindel tritt urplötzlich auf. Der Betroffene hat einige Sekunden oder Minuten lang das Gefühl ohnmächtig zu werden, während ein Gefühl entsteht, dass sich die Umwelt um einen dreht.
  • Bei einer Gang Unsicherheit spricht der Mediziner auch von einem Schwankschwindel. Der betroffene Patient hat vor allem Probleme beim Stehen und/oder Gehen.

Ursachen für Schwindel

Bei einem Schwindel handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit. Wenn jemand sich vertiginös (schwindelig) fühlt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Ein Gefühl des Schwindel entsteht durch die Reizung einer oder mehrerer Sensoren im Körper: das somatosensorisches System (Tiefenrezeptoren in den Muskeln), die Augen oder des Vestibularorgan (das Gleichgewichtsorgan im Innenohr). Unterteilen lässt sich Schwindel in drei Hauptursachen bzw. Auslöser:

  • Durch Umwelteinwirkungen kann ein Schwindel entstehen. Bei diesem Reizschwindel können beispielsweise Schiffs- und Karussellfahrten oder Reisen in einem Bus die Ursachen sein.
  • Ebenso kann ein Reizschwindel auftreten, wenn eine Erkrankung des Körpers, der Organe oder eine Funktionsstörung des Körpers/der Organe vorliegt.
  • Es liegt eine Erkrankung/Störung der Organe (Vestibularapparat) vor, die für das Gleichgewicht zuständig sind.

Schwindel muss aber nicht nur physische Ursachen haben. Es kann ebenso eine psychische Ursache vorliegen, wie bei einem Phobischen Schwankschwindel.

Symptome von Schwindel

Wer unter einer Vertigo leidet, hat das Gefühl, dass der Boden schwankt, die Umgebung sich dreht oder auch, dass der Körper selbst sich dreht oder in eine Richtung gezogen wird. Neben diesen Hauptsymptomen kann ein Schwindel mit einem oder mehreren Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Ohrensausen und/oder Kopfschmerzen auftreten.

Kopfschmerzen und Schwindel

Auch Kopfschmerzen zählen zu den Sympthomen von Schwindel

Nicht jeder Schwindel nötigt dazu, gleich zum Arzt zu gehen. So ist ein Schwindelgefühl während einer Schifffahrt oder in einem Bus (Reisekrankheit) durchaus kein Grund zur Besorgnis. Hier kann ein Arzt notfalls, bei zu großen Beschwerden, mit Rat und Medikamenten weiterhelfen. Der erste Ansprechpartner sollte der Hausarzt sein, welcher dann selbst ein Therapie verordnet oder den Patienten an einem Spezialisten (HNO, Internist, Neurologe, Psychiater) oder in eine Klinik überweist.

Zum Arzt gehen sollte der Betroffene wenn:

  • der Schwindel häufig und/oder plötzlich ohne erkennbare Ursache auftritt.
  • das Gefühl des Schwindel über Stunden oder Tage anhält.
  • wenn der Schwindel während einer anderen Krankheit auftritt (Mittelohrentzündung, Masern, Grippe etc.)
  • wenn neben dem Schwindel andere Symptome auftreten wie Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen etc.
  • wenn der Schwindel grundsätzlich bei bestimmten Bewegungen des Kopfes auftritt.
  • wenn der Schwindel in bestimmten Situationen auftritt (Menschenmengen, Arbeitsplatz, Termine etc.).

Therapie

Da Vertigo keine eigenständige Krankheit ist, wird der Arzt zuerst die Ursache des Schwindel mittels Anamnese und Untersuchungen herausfinden. Aufgrund der Ergebnisse kann der Arzt dann auch entscheiden, wie der Schwindel, als Symptom der eigentlichen Erkrankung, behandelt wird. Dies geschieht dann über Medikamente (Antivertiginosa) und ggf. ein Gleichgewichtstraining.

Beim Phobischen Schwankschwindel handelt es sich um eine psychische Erkrankung. Hier wird in einer Gesprächstherapie oder Psychotherapie versucht, dem Betroffenen, die Angst vor dem Schwindel bzw. die Ursache der Angst, zu nehmen. Es können aber auch begleitend Medikamente verschrieben werden.

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