Was ist das Klimakterium?

Klimakterium, Wechseljahre oder auch Menopause: Natürlich handelt es sich hierbei nicht um eine Erkrankung, sondern um eine Hormonumstellung, bei welcher die Anzahl der Sexualhormone (Östrogene) im weiblichen Körper absinkt. Die Wechseljahre können sich vom 40-igsten bis zum 70-igsten Lebensjahr erstrecken.

Das Klimakterium wird in 5 unterschiedliche Phasen eingeteilt. Die Prämenopause beschreibt den Zeitpunkt ab dem 40-igsten Lebensjahr einer Frau und dem ersten, unregelmäßigem Ausbleiben des Menstruationszyklus. Darauf folgt die Menopause, welche den Zeitpunkt der letzten durch die Eierstöcke gelenkten Menstruation bezeichnet.

Die Post-Menopause und die Peri-Menopause beschreiben den Zeitraum zwölf Monate nach der letzten spontanen Blutung bzw. im Falle der Perimenopause den Zeitraum zwischen der Prä- und Postmenopause. Kommt es zum Einsetzen der Wechseljahre vor dem 40-igsten Lebensjahr bei einer Frau, spricht der Mediziner von einer Klimakterium praecox.

Ursachen des Klimakterium

In den Eierstöcken der erwachsenen Frau befinden sich zwischen 100.000 und 250.000 Eibläschen (Follikel). Von diesen reifen jeden Monat eine unbestimmte Menge an. Mit jedem Eisprung vermindert sich dann die Anzahl der (gereiften) Follikel.

Die Wechseljahre sind von den reifen Eibläschen abhängig

Wenn keine Eibläschen mehr vorhanden sind beginnen die Wechseljahre

Die Follikel sind verantwortlich für die Östrogenbildung, welche nach dem Fehlen der Eibläschen drastisch abnimmt. Sind keine Eibläschen in den Eierstöcken vorhanden, können keine eisprungfähigen Follikel mehr reifen. Die Folge ist das Einsetzen der Wechseljahre.

Sollten die Eierstöcke der Frau zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung entfernt worden sein, setzt das Klimakterium unvermittelt und unabhängig vom Alter der Frau sofort ein.

Symptome während der Wechseljahre

Nicht jede Frau leidet gleichermaßen unter Symptomen während des Klimakterium. Während rund 30 % der Frauen starke Beschwerden haben können, welche eine Behandlung zur Linderung der Symptome empfehlenswert machen, unterteilen sich die restlichen zwei Drittel in Patienten mit leichten oder keinen Beschwerden während der Wechseljahre. Wichtig ist es, sich nicht selbst für eine Therapie zu entscheiden, sondern einen Spezialisten zu konsultieren.

Da in den Eierstöcken die Produktion von Östrogen abnimmt, versucht das Gehirn durch den vermehrten Ausstoß von follikelstimulierenden Hormonen (FSH) die Eibläschen zu stimulieren. Da das Hormongleichgewicht nun aber verschoben ist, kann es zu zahlreichen Symptomen kommen.

Hauptsächliche Symptome, die auftreten können sind:

  • Schlafstörungen
  • Atrophie der Scheidenhaut, was aufgrund der Trockenheit der Scheide zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen kann
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • eine Verminderung der Libido

Dazu können folgende Beschwerden auftreten:

  • Herzklopfen, Herzbeschwerden
  • Stimmungsschwankungen von Reizbarkeit und Nervosität bis hin zu Depressionen
  • Gedächtnisstörungen und/oder Konzentrationsschwäche
  • Antriebslosigkeit und ständige Müdigkeit
  • Probleme beim Urinieren (Harnwegsinfektionen und Blasenschwäche) und/oder beim Stuhlgang (Durchfall oder Verstopfung)
  • Verstärkter Haarwuchs (Gesicht) oder Haarausfall
  • verlängerte Menstruation
  • Gewichtszunahme
  • Gelenk- und Muskelschmerzen

Therapie während des Klimakterium

Rund ein Drittel der Frauen leidet während der Wechseljahre unter stark ausgeprägten Symptomen. Hier sollte der Facharzt über eine mögliche Therapie entscheiden.

Entspannungstechniken können die Symptome lindern

Entspannungstechniken wie die Meditation werden zur Linderung der Symptome empfohlen

In der Regel werden Pflanzenpräparate, körperliche Aktivitäten und Entspannungstechniken empfohlen bzw. verschrieben. Bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen als Beschwerden ist es empfehlenswert, dass ein Body-Maß-Index von 25 nicht überschritten wird.

Sollten einige der Symptome sehr stark ausgeprägt sein, kann der Arzt auch Medikamente verordnen, die speziell auf das jeweilige Symptom wirken. Bei anhaltenden und stark ausgeprägten depressiven Verstimmungen kann der Arzt beispielsweise Antidepressiva verschreiben. Die hängt aber jeweils vom Patienten und den Symptomen ab.

Hormontherapie während der Wechseljahre

Ob eine Hormontherapie angebracht ist, sollte aufgrund der möglichen Nebenwirkungen im direkten Vergleich zum Nutzen ausführlich mit einem Spezialisten besprochen werden. Die Hormonersatztherapie hilft lediglich bei einer Linderung der Symptome.

Bei der Hormontherapie kommen unterschiedliche Medikamente und Hormone (Kombinationstherapie mit Östrogen und Gestagen) wie Spritzen, Tabletten, Zäpfchen, Pflaster, Cremes, Gels oder auch Nasensprays zum Einsatz.

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