Was sind Schlafstörungen?

Der Betroffene liegt in der Nacht über Stunden wach und kann nicht einschlafen oder hat wechselnde Phasen zwischen Wachsein und Schlafen. Die möglichen Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig. Eines haben sie aber gemeinsam.

Wer zu wenig oder nicht schläft, hat mit vielerlei Symptomen zu kämpfen, die Körper und Geist schädigen können. Wer unter einer Schlafstörung leidet, sollte nicht gleich zu Medikamenten greifen, sondern bei anhaltenden Beschwerden einen Spezialisten aufsuchen. Denn eine Schlafstörung kann ebenso ein Symptom einer anderen Erkrankung sein.

Schlafstörungen sind übel

Ständig Wach – 15 bis 20% aller Menschen leiden an Schlafstörungen

Rund 15-30 % der Menschen leiden akut oder chronisch an einer Schlafstörung. Wer aber beispielsweise nach einer langen Reise (Jetlag) oder einem anstrengenden Tag einmal des Nachts nicht oder kaum schlafen kann, sollte sich keine großen Sorgen machen. Ebenso ist es kein Grund zur Sorge, wenn wegen des Lärms vom Nachbarn nicht an einen erholsamen Schlaf gedacht werden kann. Zeit sich Gedanken zu machen wird es, wenn eine Schlafstörung anhaltend ist.

Ursachen für eine Schlafstörung

So vielfältig die Ursachen einer Schlafstörung sein kann, so vielfältig sind ebenso die Art der möglichen Schlafstörungen. Gezählt werden über 80 unterschiedliche Schlafstörungen, die sich zum Teil auch überschneiden können. Diese Schlafstörungen werden in acht Gruppen unterteilt:

  • Zu den häufigsten Schlafstörungen zählen die aus der Gruppe der Insomnien. Die Ursache für eine Insomnie liegt oftmals im psychischen Bereich. Aber auch ein Missbrauch von Medikamenten wie Schlafmittel oder das Trinken von viel Kaffee mit Koffein kann eine Insomnie auslösen.
  • Bei den Parasomnien handelt es sich um Schlafstörungen, bei welchen der Schläfer durch körperliche oder geistige Aktivitäten zeitweise in seinem Schlaf gestört wird. Dazu gehören unter anderem Albträume, Schlafwandeln, Bettnässen etc.
  • Schlafstörungen können durch das Aussetzen der Atmung während des Schlafs entstehen. Diese Art von Schlafstörungen fällt in die Gruppe der schlafbezogenen Atmungsstörungen oder auch der Schlafapnoe.
  • Manchmal ist es ein Medikamenten- oder Drogenmissbrauch, welcher zu einer Hypersomnie mit einem zentralnervösen Ursprung führt. Aber auch die Narkolepsie gehört in diese Gruppe der Schlafstörungen.

Die weiteren Gruppen sind die Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen (z.B. Jetlag, Schichtarbeit), die Gruppe der schlafbezogenen Bewegungsstörungen (z.B. Zähneknirschen), die Gruppe der isolierten Symptome (z.B. Einschlafzuckungen, Schnarchen) und die Gruppe der Schlafstörungen, die in keiner der anderen Gruppen eingeordnet werden können.

Schlafen am Tag

Fühlst du dich während des Tags dauernd müde?

Auch bei den Schlafstörungen ist es manchmal nicht möglich, die Ursache herauszufinden. Daher ist es ratsam, bei anhaltenden Beschwerden, einen Spezialisten aufzusuchen. Denn die Schlafstörung könnte im Zusammenhang mit einer organischen oder neurologischen Erkrankung stehen, die einer Behandlung bedarf.

Schlafstörung oder bloß schlechter Schlaf? (Definition eines gesunden Schlafes)

Bevor du dich jedoch auf den Begriff Schlafstörung stürzt, ist es hilfreich festzulegen, was überhaupt einen erholsamen, gesunden Schlaf ausmacht. Oft wird nämlich viel zu schnell mit Begriffen ums sich geworfen.

Woran lässt sich schnell und einfach erkennen wie gut bzw. Erholsam der eigene Schlaf sich anfühlt?

  • Fühlst du dich während der Tagesstunden wach und konzentriert?
  • Ist der Schlaf regelmäßig und konsistent? Oder neigst du dazu, in der Nacht aufzuwachen?
  • Wie intensiv ist der Schlaf? Wie erholt fühlst du dich im Nachhinein?
  • Schläfst du zwischen 6 und 8 Stunden pro Nacht?

Wenn wir wollen, finden wir heute jeden Tag neue Ratschläge, was unseren Schlaf verbessern könnte. Oft beziehen sich diese Tipps auf die Dauer des Schlafs, Umgebungsfaktoren oder hängen mit anderen Aktivitäten Untertags zusammen.

Symptome einer Schlafstörung

Neben der Tatsache das der Betroffene aufgrund einer Schlafstörung nicht schlafen kann, sind die weitergehenden Symptome keineswegs außer Acht zu lassen. Das ein Schlafentzug eine noch heute angewandte Form der Folter ist hat Gründe. Wer nicht, nicht ungestört oder kaum schlafen kann

  • fühlt sich tagsüber müde und kraftlos
  • ist oftmals nervös und gereizt
  • verfügt nur über eine verminderte Leistungsfähigkeit
  • lebt mit einem erhöhtem Risiko von Unfällen aufgrund von Müdigkeit

Im Schlaf verarbeitet unser Gehirn die Erlebnisse des Tages. Der Körper erholt sich im Schlaf und Schlaf hat ebenso Einfluss auf das Immunsystem.

Therapie von Schlafstörungen

Endlich wieder entspannt schlafen! Dies ist der Wunsch aller Menschen, die unter einer Schlafstörung leiden. So vielfältig die Formen der Schlafstörungen sind, so vielfältig sind natürlich auch die Therapien. Manchmal hilft es einfach schon keinen Kaffee mehr nach 16 Uhr zu trinken.

Auf Kaffee sollte man verzichten

Oft kann der Verzicht auf Kaffe bereits das Ende der Schlafstörung bedeuten

Wenn Schlafstörungen aber trotz des Ausschlusses möglicher Ursachen wie weniger/kein Koffein, Medikamente, Drogen, Alkohol Licht, Lärm, Stress etc. weiterhin bestehen, bleibt nur der Weg zu einem Arzt.

Der Arzt wird versuchen festzustellen, ob sich um eine primäre Schlafstörung (ohne Einwirkung einer weiteren Krankheit) oder eine sekundäre Schlafstörung handelt und in welche Gruppe die Schlafstörung einzuordnen ist. Aufgrund der Diagnose wird der Arzt dann die weiteren Schritte mit dem Patienten abstimmen.

Mögliche Therapien wären

  • eine Behandlung mit Medikamenten und/oder pflanzlichen Wirkstoffen/Arzneimitteln der Schlafstörung
  • die Behandlung der Erkrankung, welche die Schlafstörung verursacht
  • eine Verhaltenstherapie
  • Hinweise und Rat zur Selbsthilfe durch die Verbesserung der Schlafhygiene

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